Meine Literaturempfehlung zum Nationalpark Val Grande

Meine Literaturempfehlung zum Nationalpark Val Grande

In einem älteren Beitrag zu Wandermöglichkeiten rund um Trarego-Viggiona und im Nationalpark Val Grande habe ich mal geschrieben „Dieses Paradies muss man sich erarbeiten. Es gibt keine verlässlichen Karten oder Tourenführer.“ Und das trifft auch zu, wenn man an klassische Wanderführer oder -karten denkt.

Val Grande
Val Grande – unendlich wild, unfassbar schön und kaum erschlossen

Glaubt mir, ich habe in den letzten 17 Jahren ALLE Veröffentlichungen gekauft, die sich als Nachschlagewerk für die Region angeboten haben. Karten, Zeitschriften, Bücher, Reise- und Wanderführer. Print, eBook oder online-Angebot. Einige waren ganz ok, mehr aber auch nicht. Die meisten waren schlichtweg unbrauchbar. Seltsamerweise vor allem die Werke der großen und bekannten Verlage, die für Österreich und die Schweiz einen ganz guten Job machen. Am Südrand der Alpen scheint das aber nicht mehr zu klappen.

Aber es gibt auch Lichtblicke: Wunderschön aufbereitete Reiseführer fürs Val Grande mit vielen Hintergrundinformationen, tollen Fotos und unterhaltsamen Geschichten. Und ganz neu ab Mitte 2018: Die Carta Escursionistica von Geo4Map, die in der neuesten Ausgabe tatsächlich brauchbar scheint. Bin gerade dabei, sie ausgiebig zu testen.

Es gibt sie eben doch: Geeignete Wanderführer und Literatur zum Lago Maggiore und Val Grande

Ich war schon so weit, vor lauter Enttäuschung aufzugeben. Nichts von dem, was ich im Lauf der Zeit sammeln konnte, war auch nur annähernd das, was ich gesucht oder erwartet habe. Jetzt verstauben die teuren Hefte im Schrank und unsere Touren haben wir selbst erarbeitet.

Aber ich habe doch noch zwei Bücher und zwei druckfrische Karten gefunden, die ich wirklich jedem ans Herz legen möchte, der seinen Urlaub am westlichen Lago Maggiore verbringen will. Dabei sind die Bücher gar nicht so neu. Hätte ich schon viel früher drauf kommen können. Aber es sind eben keine typischen Wanderführer mit nüchternen Tourenbeschreibungen plus Karte.

Die Bücher sind wie Trarego-Viggiona und das Val Grande: Mehr als nur wandern

Eigentlich wollte ich ja nur Wanderrouten. Doch dann habe ich das gefunden, was der Region angemessen ist: Kombinierte Reise- und Wanderführer, die einen tiefen und bewegenden Einblick in die wunderschöne Landschaft und die kulturellen Hintergründe des Val Grande bieten. Mit Fotos, die Lust machen. Mit Geschichten, die nachdenklich machen. Und mit Informationen, die neugierig machen auf mehr. Tourenbeschreibungen fehlen natürlich auch nicht. Und die sind im Gegensatz zu allen reinrassigen Wanderführern sogar aktuell und gut recherchiert. Was will man mehr?


Val Grande – Wege in die Einsamkeit

Es kann kein Zufall mehr sein, dass der Autor meines Lieblingsbuchs ebenfalls in Trarego-Viggiona wohnt. Das wusste ich vor dem Kauf noch nicht. Und getroffen oder kennen gelernt habe ich ihn leider auch noch nicht.

Aber wir haben eine Gemeinsamkeit: Die Liebe zu dieser Region mit all ihren Facetten. Und das Bedürfnis, das Besondere unserer Wahlheimat in die Welt hinaus zu tragen – per Print oder online.

Wunderschön gemacht, unterhaltsam und informativ. Und ein tolles Geschenk! Meine erste Empfehlung für alle, die auch ohne außergewöhnliche sportliche Ambitionen die Vielfalt des Val Grande kennen lernen möchten.

In Deutschland ist das Buch nur schwer zu bekommen, die Buchgeschäfte vor Ort von Cannobio bis Verbania haben aber fast immer einige Exemplare vorrätig.


Nationalpark Val Grande: Unterwegs in der Wildnis zwischen Domodossola und Lago Maggiore

Dieses Werk habe ich bereits vor 3 Jahren für mich entdeckt – damals noch in altem Format und älterer Auflage. Mittlerweile habe ich mehrere Auflagen gekauft. Für mich und um sie zu verschenken. Es sind zwar noch ältere Auflagen im Handel, meine Empfehlung gilt aber klar der aktuellen 25. Auflage.

Hervorragend recherchierte Touren, interessante und lehrreiche Geschichten zur Kultur und ein rucksacktaugliches Format. Auch die Gestaltung ist mit der neuen Auflage sehr ansprechend geworden.

Der Wanderführer bietet mehr als nur einen Einblick ins Val Grande. Mit diesem Buch im Gepäck könnt ihr auch mehrere Wochen im Nationalpark verbringen und seid für alles gerüstet.


Jetzt zu den Karten für ausgedehnte Wandertouren

CAI-Wanderkarte Geo4Map: Alto Verbano & Val Grande

Ganz neu erschienen und in Zusammenarbeit mit den lokalen Bergführern entwickelt sind das die ersten Karten der Region, die den Namen ‚Wanderkarte‘ auch verdienen. Ich habe die Karten jetzt mal ganz in Ruhe geprüft und zumindest auf der Val-Grande-Karte noch keine gravierenden Fehler gefunden. Bei der Alto-Verbano-Karte fehlen ein paar Aktualisierungen, wo z. B. alte Wanderwege durch Forststraßen ersetzt wurden. Aber da kann man mal ein Auge zudrücken. Wenn Ihr parallel meine online-Wanderkarte zur Hand habt, könnt ihr euch auch auf die CAI-Karten einigermaßen verlassen. Ihr werden nicht in die Irre geführt und geht nicht durch komplett falsch dargestellte Wege in der Wildnis verloren. Nur die schwarz gepunkteten und teils auch die schwarz gestrichelten Wege solltet ihr meiden – die sind leider überwiegend verschollen oder sehr schwer zu finden. Die roten Wege passen aber größtenteils.

Die Karten haben gegenüber den Vorgängermodellen noch einen entscheidenden Vorteil: Sie sind jetzt aus dem gleichen Material wie die modernsten Karten des Schweizerischen Alpenvereins SAC. Fühlt sich an wie ultra-dünnes Papier, ist aber absolut wetterfest und äußerst stabil.

Dazu günstig und in einem Format, das auch in die Jackentasche passt.


Mein letzter Tipp setzt leider italienische Sprachkenntnisse voraus:

Meridiani Montagne: Val Grande (italienisch!)

Falls ihr Meridiani Montagne noch nicht kennt, könnte das euer erster Schritt zu einer Sammelleidenschaft werden: Die viermal jährlich erscheinende italienische Zeitschrift ist das Nonplusultra des Alpen-Journalismus. Bessere Reportagen über alpine Gegenden und Besonderheiten werdet ihr meiner Meinung nach nicht finden.

Preis: EUR 11,83
Wenn da nicht die sprachliche Barriere wäre. Denn Meridiani Montagne gibt’s leider nur auf italienisch. Aber auch mit rudimentären Sprachkenntnissen kann man aus den Beschreibungen viele Erkenntnisse gewinnen.

Die Ausgabe ist Top-aktuell und wurde erst im April 2017 veröffentlicht. Die Reportagen zum Nationalpark und die Tourenbeschreibungen werden ergänzt durch eine bemerkenswert gute Karte. Ich war so begeistert, dass ich in den letzten Wochen acht weitere, frühere Ausgaben der Zeitschrift bestellt habe. So lerne ich die Alpen Schritt für Schritt aus italienischer Perspektive kennen. Für mich ein echter Gewinn.


Ansonsten gibt es noch die ‚librerie‘, die Buchhandlungen in Cannobio oder Verbania, die verschiedene Wanderführer und -karten anbieten. Vor allem die Karten der Reihe ‚itinerari escursionistici‘ sind gar nicht schlecht. Aber für all diese Werke gilt wie auch für die meisten deutschsprachigen Angebote: Selbst neueste Ausgaben sind so aktuelle wie das ARD-Fernsehprogramm an Weihnachten (Nein, ich bin kein Fan der jährlich wiederkehrenden Sissi-Wiederholungen). Das kann schon informativ sein, taugt aber nicht zum praktischen Einsatz.

Bitte beachtet zu den Produktlinks meine Hinweise für Produktempfehlungen.
(Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.)

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