Tour 5: Piaggia am Rand des Val Grande

Tour 5: Piaggia am Rand des Val Grande

Eine Tour für Abenteurer und fortgeschrittene Pfadfinder, die sich auf anspruchsvolleres Gelände im Val Grande vorbereiten möchten. Ohne große Anstiege und Anstrengung, dafür mit hohen Anforderungen an die Wegfindungsgabe.

Die Tour führt uns am Rand eines kleinen Talkessels immer an der Grenze des Nationalparks Val Grande entlang und gibt einen Einblick, wie das Leben hier vor 80 Jahren noch war. Hierher verirrt sich wirklich kaum jemand, was natürlich seinen Reiz hat. Aber auch ein Problem mit sich bringt: Die ständige Suche nach dem Weg kann auch zermürben.

Scareno Talkessel
Blick in den Talkessel von Scareno, den ihr mit dieser Tour umrundet.

Trotzdem empfehle ich die Tour jedem, der das Val Grande noch für sich entdecken will. Denn hier könnt ihr üben, was im Val Grande zuverlässig klappen muss: Wege auch im höheren Grasland finden, sich trittsicher durch Buschwerk bewegen und ein bisschen die Wildnis erobern. Auf dieser Tour geht das ohne jede Gefahr durch absturzgefährdendes Gelände. Im Val Grande sieht das dann an manchen Stellen anders aus.

Der Zeitbedarf für die Tour variiert je nach Jahreszeit und damit je nach Vegetationshöhe zwischen 5 und 7 Stunden. Im Winter und Frühling sind die Wege leichter zu finden, im Sommer und Herbst verbringt man immer wieder ein paar Minuten damit, sich zu orientieren. Und das summiert sich. Gutes Schuhwerk versteht sich bei dieser Tour von selbst.

Als Ausgangspunkt ist Scareno zwar am weitesten entfernt, trotzdem eine gute Wahl. Schon die Fahrt mit dem Auto durchs Valle Intrasca bis Scareno hat seinen Reiz. Vorausgesetzt, man fährt gerne enge, kurvige und steile Bergpässe. Dann wird man bereits bei der Anfahrt mit ungewohnten Eindrücken in eine Landschaft belohnt, die der Tourismus noch nicht erobert hat.

Die Anfahrt hinter Il Colle öffnet den Blick ins Tal von Piaggia

Die Anfahrt führt wie in Tour 1 beschrieben zuerst über Il Colle und weiter Richtung Verbania/Intra am Sanatorium vorbei bis zu der Abzweigung rechts, wo links ein großer Parkplatz dazu einlädt, die Aussicht zu genießen.

Wer bei der Anfahrt merkt, dass die kurvigen Straßen doch nichts für ihn sind, kann sein Auto gleich hinter Aurano in der Serpentine stehen lassen und von dort zu Fuß nach Scareno weiter gehen. Diesen Weg kenne ich aber nur vom Hörensagen und kann deshalb keine Beschreibung dazu abgeben. Auch die Parksituation in der Kehre ist nicht optimal, zumal der verfügbare Platz oft von Holzfällern mit Holz belegt wird.

Piaggia Val Grande
Piaggia heißt euch Willkommen

Alternativer Zustieg von oben

Besser ist die Alternative vom Parkplatz, der sich zwischen Il Colle und dem Passo Folungo bzw. dem Agritourismo Alpe Archia befindet. Hier ist meistens genügend Parkfläche vorhanden und die Zufahrtsstraße ist für eine alte Militärstraße bemerkenswert gut. Dafür sind ungefähr hundert Höhenmeter mehr zu überwinden.

Der Rundwanderweg führt dann vorbei an kleinen Dörfern, bewohnten Alpen, Ruinen und Kapellen. Nicht spektakulär aber für interessierte Menschen doch bewegend. Die ungefälschten Ansichten, wie Menschen früher gelebt und gearbeitet haben, sind ein eigenes Erlebnis.

Und es geht ja bei dieser Tour nicht ums Genießen sondern um die Übung, auf verschwundenen Wegen zu gehen 😉

Rustici
Verlassene Dörfer …
Rustici Val Grande
… und Ruinen. Hier ist der Weg (oberhalb der Ruinen) noch gut zu finden
Rusico Ziegen
Andere Häuser werden noch bewirtschaftet.

 


Die Wanderkarte für PC, Tablet oder Smarphone findet ihr unter wanderkarte.rustico.info

In meinem Beitrag ‚Anleitung zur Karte‘ findet ihr eine Beschreibung, wie ihr die Karte bestmöglich nutzen könnt.

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