Tour 1: Monte Spalavera

Tour 1: Monte Spalavera

Diese Tour trägt nicht umsonst die Nr. 1 meiner Tourenliste. Es ist auch die Tour, die ich Besuchern immer als erstes empfehle. Denn sie ist einfach der perfekte Einstieg in die Berge rund um Trarego-Viggiona und bietet von allem etwas:

  • Panorama- und Weitsicht in alle Richtungen
  • gepflegte uralte Wege, die man sogar mit dem Auto befahren könnte, versteckte Passagen und schmale, abschüssige Pfade, die etwas Trittsicherheit voraussetzen.
  • die unterschiedlichen Wälder mit ihrem Artenreichtum
  • Bergbäche, Felsen und Weiden
  • historische Zeitdokumente in Form alter Verteidigungsanlagen, Schützengräben und traditioneller Häuser
  • Schattige Anstiege und sonnige Passagen
  • zu jeder Jahreszeit machbar – auch im Winter mit Schneeschuhen
Monte Spalavera
Selbst bei schlechtem Wetter ist der Ausblick vom Spalavera sehenswert.

Wenn euch diese Tour nicht gefällt, werde ich euch auch mit den anderen Touren kaum begeistern können. Auch wenn die sogar zum Teil noch eine Steigerung versprechen.

Zwei grundsätzliche Varianten: für Faule und für Ambitionierte

Der Monte Spalavera ist mehr ein großer Hügel als ein Berg und stellt keine großen Herausforderungen an die Trittsicherheit. In der einfachen Alternative ist er sogar nicht mehr als ein ausgedehnter Spaziergang, den wirklich jeder schafft.

Wenn ihr also nur das Panorama bewundern wollt und keine sportlichen Ambitionen habt, ist diese Variante für euch genau richtig:

Variante 1: Von Il Colle auf den Monte Spalavera

Benötigte Zeit bei sehr gemütlichem Tempo: 1:15 h (ist aber im Laufschritt auch in 15 Minuten machbar)

Anfahrt: Von Trarego-Viggiona aus sucht ihr die einzige größere Kreuzung in Cheglio, dem mittleren Ortsteil von Trarego-Viggiona, und nehmt die Straße hangaufwärts Richtung Il Colle. Die Staatsstraße heißt Via Panoramica und trägt diesen Namen zurecht. Aber genießt das Panorama während der Fahrt nicht zu intensiv – die Straße ist sehr eng, ohne Randbefestigung und hat etwas Aufmerksamkeit und Konzentration verdient.
Nach ca. 20-minütiger Fahrt erreicht Ihr Colle, wo ihr euer Auto abstellen könnt.

Monte Spalavera im Winter
Der einfache Anstieg von Colle aus ist auch im Winter ein Traum.

Der Fußweg Richtung Spalavera führt zwischen den Häusern von Il Colle hindurch links zum Südhang des Monte Spalavera. Mit jeder Serpentine wird der Weg immer schmaler, so dass ihr bald hintereinander gehen müsst. Der Weg ist aber gut zu gehen, wenngleich er auch mal etwas tiefer ausgetreten ist. Nur eine einzige Stelle kurz vor dem Gipfel ist auf 10 Meter etwas steiler, aber trotzdem auch mit Turnschuhen oder Sandalen gut zu gehen.

Wenn ihr links die alten Schützengräben der Linea Cadorna seht, habt ihr es eigentlich schon geschafft. Dann fehlen nur noch ein paar hundert Meter, die ihr weitgehend eben bis zum Gipfelkreuz gehen könnt. Eine Tafel beschreibt die Berge im Norden und Westen, im Süden und Osten sieht man den See.

Variante 2: Rundweg von Trarego über die Cima l’Alpe, den Monte Spalavera und Il Colle, dann über Fodrasca zurück nach Trarego

Diese Variante verspricht sehr viel mehr als Variante 1. Mehr Natur, mehr Abwechslung, mehr Panorama, mehr Kalorienverbrauch und viel mehr Befriedigung. Die roten Markierungen mit dem Läufer-Symbol auf der Karten kennzeichnen diese Variante.

Eine Zeitangabe für gemütliches Gehen spare ich mir hier. Diese Tour ist bei moderater Geschwindigkeit in 5:00 h leicht zu bewältigen (zuzüglich Pausen) aber auch in 2:15 h zu machen, wenn man’s in sportlichem Übermut drauf anlegt. Gute Wanderschuhe sind für diese Tour Pflicht.

Die Tour beginnt auf der Karte bei der Kirche in Trarego, kann aber natürlich auch z. B. von Viggiona oder sogar von Cannero aus angegangen werden. Dann führt eben die erste Etappe nach Trarego und von dort aus weiter. Den Weg von Viggiona nach Trarego könnt ihr über Tour 2 einblenden, Eine Tourenbeschreibungen von Cannero nach Trarego findet ihr in Tour 4. Die Anreise per PKW ist natürlich auch möglich. Parkplätze gibt es genug, wenn auch nicht immer direkt an der Kirche sondern ca. 200 weiter vorn.

Die ersten Meter führen durch Trarego Richtung Fodrasca auf der ‚Strada per Piazza‘. Nach der Brücke über den Bach kurz vor Fodrasca können zwei parallele Wege begangen werden. Der rechte führt auf der Straße am Bach entlang weiter bis Piazza. Der andere führt nach der Brücke links über die alte Mulatiera (Maultierweg) erst steil, dann flacher durch Fodrasca und Schecc ebenfalls bis zur Via Panoramica und Piazza. Hier geht ihr durch Kastanienwälder und über Weiden, immer auf der alten, Stein-gepflasterten Mulattiera. Auf einer Weide zwischen einigen Häusern endet dieser Weg an einer Autozufahrt. Hier geht ihr rechts, unter der großen Rosskastanie weiter, über einen kleinen Bach, bis zur Via Panoramica und weiter bis Piazza.

Ein alternativer Weg, der zuerst die Autozufahrt weiterführt und dann ein Stückchen über die Via Panoramica führt, dient als Abkürzung und ist ebenfalls gut zu gehen.

Cima l'Alpe
Blick vom Aufstieg zur Cima l’Alpe

Wenn ihr dem Weg auf der Karte folgt, kommt ihr bald oberhalb der Via Panoramica in einen dichteren Wald, der von Buchen dominiert wird. Dieser führt euch bis zu einem Sattel, an dem der Weg zu enden scheint. Es gibt zwar einen Weg, der euch nördlich an der Cima l’Alpe vorbei führt. Der ist aber nicht so interessant wie die Alternative über die Cima l’Alpe. Die hat zwar keinen wirklichen Gipfel, aber knapp unterhalb eine sehenswerte alte Verteidigungsanlage. Hierfür müsst ihr einfach den Sattel relativ steil nach oben gehen – das geht auch ohne Pfad hervorragend. Oben auf der Kuppe haltet ihr euch leicht links bergab und steht dann nach wenigen Metern vor der alten Kaserne. Oder das, was davon übrig ist.

Spalavera, Schild Val Grande
Über den Monte Spalavera habt ihr schon ersten Kontakt zum Nationalpark Val Grande.

Der Weg geht dann wieder flach auf breiten Wegen bis zum nächsten Pass, wo ein Wegweiser nach Il Colle und zum Monte Spalavera zeigt. Hier beginnt der steilste Teil der Tour. Der Anstieg auf den Spalavera von dieser Seite kann durchaus etwas anstrengend sein, belohnt aber weiter oben mit schönen Ausblicken auf den See und die Alpen im Nordwesten. Auch dieser Weg ist etwas ausgetreten aber gut zu gehen. Vorsicht – zwischen den Alpenrosen und den Heidelbeerfeldern schreckt man schnell mal einen Fasan oder eine Gruppe Birkhühner auf. Deren Schreie bei der Flucht gehen durch Mark und Knochen.

Zum Weg zurück nach Il Colle gibt es nicht viel zu sagen. In Il Colle steht dann aber wieder eine Entscheidung an: Lieber oben am Hang entlang weitgehend eben zurück bis Piazza oder der direkte Weg von Il Colle über Fodrasca nach Trarego? Dieser direkte Weg ist leider in der oberen Hälfte teilweise steil und etwas abschüssig. Teilweise auch matschig und rutschig. Wer trittsicher ist und sich den Weg zutraut, trifft weiter unten auf schöne lichte Wälder, überquert Bergbäche mit steilen Schluchten und hat am Ende eine schöne Rundwanderung hinter sich.

Der andere Weg von Il Colle zurück nach Piazza ist dafür leichter zu gehen und benötigt auch nicht viel mehr Zeit, obwohl er etwas länger ist.


Die Wanderkarte für PC, Tablet oder Smarphone findet ihr unter wanderkarte.rustico.info

In meinem Beitrag ‚Anleitung zur Karte‘ findet ihr eine Beschreibung, wie ihr die Karte bestmöglich nutzen könnt.

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