Tour 10: Die Königsetappe zwischen Trarego und dem Val Grande

Tour 10: Die Königsetappe zwischen Trarego und dem Val Grande

Das größte, tollste, beste trägt ja heute immer die Nummer 10. Oder ‚X‘. Windows 10, IPhone X, Top 10, Generation X und X-Men 😉 … Deshalb kommt jetzt meine ganz spezielle ‚Tour X‘!

Panorama Monte Zeda
Noch nicht ganz auf dem Gipfel – die Sicht ist trotzdem schon richtig gut.

Dabei ist diese Tour eigentlich gar keine eigenständige Tour, sondern die Kombination verschiedener Touren mit den erforderlichen Verbindungen, um von Trarego aus über alle Gipfel zum Monte Zeda zu gelangen.

Entstanden ist diese Tour durch eine meiner Schwächen: Ich kann nicht umkehren!

Oft will ich nur mit meinem Hund eine Runde drehen und gehe mal grob Richtung Via Panoramica/Piazza. Dann kann ich ja auch gleich noch weiter auf die Cima l’Alpe. Von da aus ist es nicht mehr weit auf den Monte Spalavera. Und spätestens am Anstieg auf den Spalavera ist es dann um mich geschehen. Der Blick auf den Monte Zeda lässt mich nicht mehr los. Dann geht’s eben weiter über den Monte Bavarione bis zum Gipfel des Monte Zeda.

Kann ich jedem empfehlen, den die gut 30 km und knapp 2.000 Höhenmeter (hin und zurück) nicht abschrecken. Die vielen Wege, die sonst keiner kennt, vermitteln ein Befühl von Freiheit und Unabhängigkeit, das ich sonst nur selten erleben darf.

Angaben zur Dauer der Tour kann ich hier kaum machen. Die Tour solltet ihr nur dann angehen, wenn ihr wirklich fit seid, bereits einige der anderen Touren gemacht habt und somit wisst, was euch erwartet. Ihr solltet auch mal schlechte Wege finden und sehr sicher auf den Beinen sein. Wenn ihr über meine bisherigen Zeitangaben nur milde lächelt und es immer in 30 bis 60 Prozent der angegebenen Zeit schafft, dann ist diese Tour für euch gemacht! 6:00 bis 8:00 h sollten dann für hin und zurück reichen. Ein GPS-Gerät ist zur Orientierung ebenfalls angeraten. Außerdem natürlich gute Schuhe. Ich bevorzuge feste Approach-Schuhe, um zwischendrin auch mal laufen zu können. Schwere Bergstiefel für Hochtouren sind hier eher hinderlich, da sie euch bremsen.

Vom Monte Spalavera aus sieht man gut, wie der Weg zum Monte Zeda führt (rote Linie/Pfeil)

Also gehen wir sie an, die ‚Mutter aller Tagestouren‘. Zuerst wie in Tour 1 beschrieben über die Cima l’Alpe zum Monte Spalavera. Bereits beim Aufstieg über den Nordosthang des Spalavera seht ihr zum ersten mal, wie der Weg hinter dem Spalavera weiter führt. Da kann man Angst bekommen … oder richtig Lust, es an einem Tag zu schaffen.

Noch wirkt der Monte Zeda extrem entfernt

Doch der Schein trügt: Soooo schlimm ist es nicht. Und zuerst geht’s ja mal wieder bergab. Anfangs über den ausgetretenen Wanderpfad und dann, in der dritten Spitzkehre Richtung Fontanella in den Wald. Der Weg ist meines Wissens nirgends verzeichnet aber trotzdem ganz gut zu finden.

Die Fontanella (alte Trinkwasserquelle) ist auch nach wenigen Minuten passiert und der schmale Pfad führt den Bergrücken nach unten. An einem lichten Pass verlasst ihr den Wald und quert den Pass mit einem weiteren Trinkwasserbrunnen, um den Einstieg zum Monte Bavarione zu finden.

Monte Bavarione
Das unkonventionelle Gipfelkreuz des Monte Bavarione, im Hintergrund der Weg, der noch vor euch liegt

Dieser führt entweder direkt am Grat entlang nach oben oder – eine etwas komfortablere Variante – zuerst über eine Militärstraße linkerhand bis zum Grat und dann mal rechts, mal links vom Grat weiter bis zur breiten Ostflanke des Bavarione. Hier verliert sich der Weg oft unter dem hohen Gras und ihr müsst euch über die breite, steile Wiese querfeldein nach oben kämpfen. Immer irgendwie zwischen den kleinen Buchen-Ansammlungen hindurch. Der Gipfel ist kaum zu verfehlen 😉

Und wieder ein Stückchen näher …

Der Weg hinab vom Monte Bavarione zum Passo Folungo fängt so an, wie der Aufstieg aufgehört hat: Schlecht zu finden. Aber auch ziemlich selbsterklärend. Hinunter halt …

Wer sich den Monte Bavarione nicht antun möchte, kann ihn auch über die südliche Passage umgehen. Ich gebe zu, dass ich das auch manchmal mache. Vor allem im Hochsommer – da kann gerade der Bavarione zur Qual werden.

Monte Zeda, Blick zum Spalavera
Der Weg, wie er am Anstieg zur Cima l’Alpe beginnt und auf den Monte Zeda führt

Vom Passo Folungo geht’s dann wieder so weiter, wie in Tour 9 beschrieben.

Beim letzten Anstieg auf den Monte Zeda oder auch oben am Gipfel lohnt sich ein Blick zurück. Unfassbar, wie gewaltig sich diese Tour rückblickend präsentiert und welche Strecken ein Mensch in kurzer Zeit bewältigen kann. Und damit zwei widersprüchliche Gefühle, die ich in dieser Kombination beim Bergsteigen nur selten verspüre:

Tiefe Demut und verdienter Stolz

Wenn ihr diese Tour einmal gemacht habt, gibt’s noch weitere Tourenkombinationen. Wie wär’s mal mit

  • Viggiona – Monte Carza – Cima Ologno – Monte Pianbello – Cima Forcola – Cima l’Alpe – Monte Spalavera – Monte Bavarione – Monte Zeda … ca. 3.000 Höhenmeter
  • Trarego – Cima di Morissolo – Monte Morissolino – Monte Spalavera – Monte Bavarione – Monte Zeda … ca. 2.500 Höhenmeter

Wenn es euch genauso gepackt hat wie mich, werdet ihr eure eigene ‚Tour X‘ entdecken. Möglichkeiten gibt’s genug.


Die Wanderkarte für PC, Tablet oder Smarphone findet ihr unter wanderkarte.rustico.info

In meinem Beitrag ‚Anleitung zur Karte‘ findet ihr eine Beschreibung, wie ihr die Karte bestmöglich nutzen könnt.

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