Corona in Italien – aktuelle Informationen

Nachdem mein Blog die letzten Monate nur noch aus Beiträgen zur Corona-Lage bestand, habe ich jetzt alle Artikel gelöscht, die ohnehin nicht mehr wirklich aktuell oder interessant waren. Die Situation in Italien ändert sich einfach zu oft und zu schnell. Und offizielle Aussagen der Behörden sind leider nicht immer wirklich belastbar, da der ein oder andere Beamte manchmal nur das macht, was er gerade für richtig hält – Grenze auf, Grenze zu, Dokumente werden mal akzeptiert, mal nicht …
Deshalb fasse ich jetzt alle aktuellen Informationen so gut es geht in diesem Beitrag zusammen.


Offizielle Informationen der italienischen Behörden

Hier erst mal ein paar Links zu offiziellen Seiten, wo ihr die relevanten rechtlichen Informationen nachlesen könnt. Hundertprozentig belastbar sind diese Infos nicht (dafür haben italienische Behörden zu viel Auslegungsspielraum), aber ihr könnt euch einen Überblick verschaffen. Ich würde mich allerdings nicht drauf verlassen, wenn da steht, dass die Einreise für Deutsche möglich ist – denn ob das zutrifft, entscheidet viel zu oft die jeweilige Tagesform des diensthabenden Grenzbeamten, unabhängig davon, ob ihr alle nötigen Dokumente dabei habt oder nicht.

  • Auswärtiges Amt Deutschland – gibt einen passablen Überblick aber mehr auch nicht. Sind eben nur die offiziellen Informationen, die im Zweifelsfall nicht wirklich belastbar sind.
  • Italienisches Konsulat – Die sitzen leider in Berlin und damit viel zu weit entfernt von Rom, um auch alle Informationen zuverlässig zu haben. Deshalb gibt’s hier auch nur „könnte“, „empfehlen“, „im Allgemeinen“ … nur bedingt hilfreich.
  • Das Italienische Außenministerium hat einen tollen Fragebogen entwickelt, der euch Auskunft darüber gibt, ob ihr einreisen dürft (auch auf englisch): Questionario
    Aber wie belastbar ist das Ergebnis dieses Fragebogens? Ihr ahnt es … Einmal hab‘ ich mich drauf verlassen … und durfte an der italienischen Grenze umdrehen und nach Deutschland zurückfahren. Hat sich halt noch nicht bis zu den Grenzbeamten rumgesprochen, dass das Außenministerium einen tollen Fragebogen entwickelt hat …

Um es kurz zu machen: Alle offiziellen Informationen geben bestenfalls einen ersten Anhaltspunkt, sind es aber nicht wirklich wert, sich drauf zu verlassen – so zumindest meine Erfahrung nach vielen Einreiseversuchen – mal mit Erfolg, mal ohne, mal legal, mal Glück gehabt …

Diese Dokumente solltet ihr auf jeden Fall bei euch haben

Wenn ihr nach Italien einreisen wollt, solltet ihr auf jeden Fall diese Vorbereitungen treffen (gilt vorerst bis zum 5. März):

  • Ein negativer Corona-Test ist in jedem Fall Pflicht. Dabei spielt es (offiziell) keine Rolle, ob PCR- oder Antigen-Schnelltest, auf Papier oder online bestätigt. Der Test darf maximal 48 Stunden alt sein.
    Ohne Test müsst ihr 14 Tage in überwachte Quarantäne.
  • Ihr müsst eine Selbstauskunft mit euch führen, in der ihr alle relevanten Informationen (Zweck der Reise, Verkehrsmittel, Adresse etc.) und Vorkehrungen (Coronatest bzw. Ort der Quarantäne) bestätigt. Das Formular findet ihr hier auf englisch bzw. italienisch.
  • Ihr müsst euch nach Ankunft in Italien beim lokalen Gesundheitsamt melden und euren Aufenthalt ankündigen. Ich mache das immer per Mail, an die das Selbstauskunftsformular und der negative Coronatest angehängt ist. Die Mailadressen und Telefonnummern der Gesundheitsämter im Piemont findet ihr über diesen Link. Für die anderen Regionen hab‘ ich leider nichts – da müsst ihr euch dann selbst auf die Suche begeben (z. B. Google-Suche „aziende sanitarie“ und die Region , beispielsweise „lombardia“).

In der Theorie reicht das dann für die Einreise. Aber leider nur in der Theorie …

Leider klappt es nicht immer reibungslos

Je nach Nationalität gibt’s schon mal Unterschiede:

  • Für Österreicher und alle, die sich in den vorangegangenen 14 Tagen länger als 12 Stunden in Österreich aufgehalten haben, ist die Einreise momentan nicht erlaubt.
  • Schweizer dürfen zwar prinzipiell einreisen, sollten das aber nicht unbedingt am Samstag oder Sonntag tun. Denn dann könnte der Grenzbeamte davon ausgehen, dass ihr nur mal schnell zum Einkaufen nach Italien fahrt. Und Einkaufstouristen werden sehr oft wieder zurück geschickt. Gibt zwar keine mir bekannte rechtliche Grundlage, aber das interessiert einen italienischen Beamten nicht immer … zumindest nicht am Wochenende.
  • Wenn die ganze Familie im Auto sitzt (egal welcher Nationalität), könnte das nach Tourismus aussehen … und das könnte ähnliche Folgen haben wie der Einkaufstourismus der Schweizer.

Und dann kommt noch das Farbenspiel hinzu: Ihr habt sicher schon von der Klassifizierung gehört, mit denen das Corona-Geschehen der Regionen eingestuft wird und die Basis für die Einschränkungen bis hin zum Lockdown ist. Da gibt es Weiß (Bianco – alles ok, keine Einschränkungen), Gelb (Gialla – nächtliche Ausgangssperre und das Verbot, die Regionengrenze zu überschreiten), Orange (Arancione – die Gemeinde darf nicht verlassen werden, starke Einschränkungen für Handel und Gastronomie) bis hin zu Rot (Rosso – kompletter Lockdown).

Zwar ist die Einreise von dieser Farbgebung offiziell nicht betroffen, nach meiner Erfahrung habt ihr aber kaum eine Chance, in eine „rote“ Region einzureisen. Bei „orange“ braucht ihr etwas Glück, dann kann’s klappen, bei „gelb“ und „weiß“ sollte es kein großes Problem sein.

Eine Übersicht über die Farbeinstufung der Regionen findet ihr hier.

Soviel zur Theorie – jetzt zur Praxis

Habe ich schon angedeutet, dass die offiziellen Informationen nicht unbedingt belastbar sind? Ich teile gerne meine Erfahrungen mit euch und überlasse es euch dann selbst, ob ihr momentan eine Reise nach Italien wagen wollt oder nicht.

  • Ich wurde in letzter Zeit oft gefragt, ob die deutschen Corona-Tests akzeptiert werden oder nicht. Hierzu kann ich leider keine Antwort geben, da das bei den Kontrollen bislang schlicht keine Rolle gespielt hat. Entweder (in den meisten Fällen war das so) ich wurde gar nicht kontrolliert und einfach durchgewunken, dann war alles ok. Oder es wurde an der Grenze kontrolliert, dann war es komplett egal, welche Dokumente und Formulare ich dabei hatte. Hat einfach nicht interessiert – Einreise verweigert.
  • Wenn das Piemont „rot“ eingestuft war, konnte ich beliebige Dokumente vorlegen … die wurden nicht mal angesehen. Egal ob berufliche Einreise oder privat, selbst wenn ich mich trotz negativem Test in Quarantäne begeben hätte … keine Chance – Einreise verweigert.
  • Bei der Einstufung „Orange“ kam es drauf an, wann ich über die Grenze wollte. Mittag von 12 bis 14 Uhr machen die Beamten Pause und schauen nicht so genau hin, dann konnte ich ohne Kontrolle einreisen. Zum Berufsverkehr ab 17 Uhr ging es meistens, vor allem, wenn das Nummernschild wegen Schnee nicht erkennbar war. Ansonsten mit etwas Glück … dann kann eine Einreise möglich sein, solange der Grenzbeamte eben nicht kontrolliert, weil’s z. B. zu kalt ist, um das Grenzwärterhäuschen zu verlassen.
  • Bei „gelb“ hatte ich nie Probleme. Ich habe allerdings auch bei „gelb“ mehrfach beobachtet, dass Autos mit Schweizer Kennzeichen am Wochenende nicht durchgelassen wurden. Stichwort „Einkaufstourismus“. Da lässt sich aber evtl. mit dem Grenzbeamten reden, wer weiß …

Fazit: suboptimal

Ich spare mir jetzt ein Bewertung des Ganzen – die könnt ihr sicher gut selbst vornehmen. Und mit Vergleichen zu anderen Ländern halte ich mich ebenfalls zurück. Denn wirklich befriedigend läuft es doch kaum irgendwo. Bestenfalls kann man dem ein oder anderen Land attestieren, dass sie aus den letzten 12 Monaten gelernt haben – das sehe ich in der Schweiz und auch in Italien. Andere Regierungen schaffen es auf unnachahmliche Weise, sich alle 4 Wochen von genau dem gleichen Sachverhalt überraschen zu lassen und immer wieder die gleiche Marschrichtung einzuschlagen, von der sie vorher verkündet haben, dass das „damals“ ja ein großer Fehler war …

Ich hoffe einfach, dass das alles in den nächsten Wochen und Monaten besser wird. Italien hat mittlerweile sämtliche Altenheime, medizinischen und Pflegekräfte durchgeimpft, sogar zwei mal, und ist damit in der Lage, sukzessive das Leben wieder zu normalisieren, wenn jetzt die übrige Bevölkerung dran kommt. Auch die Belastung der Intensivkapazitäten oder gar die Sterberate ist mittlerweile deutlich besser als die Situation in Deutschland … trotz fast dreifacher Inzidenzwerte. Italien scheint also auf einem ganz guten Weg zu sein, was die Abwägung gesellschaftlicher Bedürfnisse und Interessen angeht.
Wenn es Neuigkeiten gibt, werde ich diesen Beitrag updaten – noch einen Corona-Blogbeitrag will ich nicht mehr schreiben!

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